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LOPODUNUM VII: Ladenburg und der Lobdengau zwischen 'Limesfall' und den Karolingern

LOPODUNUM VII: Ladenburg und der Lobdengau zwischen 'Limesfall' und den Karolingern

by Roland Prien

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Book Details

ISBN
9783954904815
Publisher
Dr Ludwig Reichert Verlag
Published Year
2025
Pages
306
Language
German
Category
History

Description

Die Stadt Ladenburg kann auf ein reiches historisches Erbe zuruckblicken: In der romischen Epoche war Lopodunum der Hauptort einer ausgedehnten Stadtgemeinde, der civitas Ulpia Sueborum Nicrensium, und ab der karolingischen Zeit ist Lobedtenburc als Zentrum des Lobdengaues belegt. Das konnte zusammen mit der Kontinuitat des Ortsnamens auf eine erhebliche Konstanz der administrativen Strukturen zwischen Antike und Fruhmittelalter hindeuten. Bei naherem Hinsehen stellt sich die Situation allerdings komplexer dar. Das liegt nicht zuletzt an dem Mangel an schriftlichen Quellen, denn diese fallen fur den Zeitraum zwischen der Mitte des 3. Jahrhunderts, als die romische Herrschaft ostlich des Rheines mit dem 'Limesfall' endete, und dem mittleren 8. Jahrhundert, als Ladenburg erstmals wieder im Lorscher Kodex Erwahnung fand, fast vollig aus. Umso wichtiger sind archaologische Befunde und Funde, deren Zahl in den letzten Jahren durch eine intensive Grabungstatigkeit in Ladenburg und Umgebung fur den hier in Frage stehenden Zeitraum, der gemeinhin als 'dunkel' gilt, stark zugenommen hat. Die bedeutendsten von diesen werden in dem vorliegenden Band - teilweise erstmals - vorgestellt und in den historischen Kontext eingebettet. So werden hier eine Gruppe von Postumus-Munzen aus Ladenburg publiziert, neue Interpretationen des spatromischen burgus und des mittelalterlichen 'Bischofshofes' prasentiert sowie aktuelle Erkenntnisse zu einem karolingischen Graberfeld im Stadtgebiet vorgelegt. Auch das Umland von Ladenburg ist stark vertreten, so durch Uberblicke zu den reich ausgestatteten fruhmittelalterlichen Graberfeldern der Region oder zu den spektakularen Grabungsergebnissen in Heddesheim und Mannheim-Vogelstang. Kritische Neubewertungen schon lange bekannter schriftlicher Quellen wie der gefalschten Urkunde des Merowingerkonigs Dagobert I. fur Ladenburg sowie historisch-archaologische Synthesen zu den verschiedenen moglichen Szenarien des 'Limesfalles' und zu Vergleichsregionen wie der spatantiken Pfalz runden den Band ab. Dadurch entsteht das Bild eines Zentralortes, der nach dem Ende der romischen Herrschaft seine Bedeutung zunachst behielt, wenn auch bei einem stark veranderten Aussehen der Bebauung. Eine ungebrochene Siedlungskontinuitat uber das gesamte Fruhmittelalter hinweg kann jedoch nicht konstatiert werden; vielmehr ist von einem partiellen Neubeginn in der spatmerowingisch-karolingischen Epoche auszugehen.

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